UNE VIE

SO 18.06. | 20.30 Uhr
MO 19.06. | 20.30 Uhr
DI 20.06. | 20.30 Uhr
MI 21.06. | keine Vorstellung
SO 25.06. | 18.00 Uhr
MO 26.06. | 18.15 Uhr
DI 27.06. | 18.15 Uhr
MI 28.06. | 18.15 Uhr
 
von STÉPHANE BRIZÉ / Frankreich
2016, 119 Min., Französisch / dt. UT

 

 

 

 

Filmfestival Venedig 2016

Im Wettbewerb

 

 

Normandie, 1819. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Kloster wird Jeanne (Judith Chemla) von ihren geliebten Eltern mit Julien de Lamare (Swann Arlaud) verheiratet (bzw. sanft dazu gedrängt), doch der entpuppt sich recht schnell als krankhaft geizig und auch sonst wenig zuverlässig. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

 

Schon kurz nach der Heirat beginnt er eine Affäre mit dem Dienstmädchen, einer Vertrauten seiner Ehefrau, und schwängert es. Jeanne ist geschockt und kehrt von dem Anwesen, das ihr von ihren Eltern zur Hochzeit geschenkt wurde, zurück in den Schoß der Familie. Weil Julien aber mit eloquenten Worten zu Kreuze kriecht und die Eltern sowie ein Priester auf sie einreden, kehrt sie zurück zu ihrem Ehemann und wird alsbald selbst schwanger.

 

Julien aber kann es nicht lassen und beginnt eine Affäre mit einer Nachbarin. Als deren Mann durch einen Priester, an den sich Jeanne in ihrer Not wandte (denn sie hat das Paar beobachtet), von dem Verhältnis informiert wird, dreht er durch und erschießt die beiden Liebenden und schließlich sich selbst, so dass Jeanne allein mit ihrem kleinen Sohn Paul zurückbleibt.

 

Allerdings erweist sich auch der Filius mit der Zeit als rechter Taugenichts, der es schließlich schafft, mit angeblichen Investitionen und einer Prostituierten das einstmals gewaltige Vermögen durchzubringen und seiner Mutter auch noch das Kind aus seiner Beziehung aufzuhalsen.

 

In vibrierenden Bildern von zarter Schönheit und grosser Intimität erzählt die Verfilmung des berühmten Romans von Maupassant die zeitlose Geschichte einer Frau, die unfähig scheint, sich mit einer Welt der Lüge und des Betrugs zu arrangieren. Die Beharrlichkeit, mit der sie sich wider alle Vernunft ihre reine Seele zu bewahren versucht, macht Jeanne zu einer ebenso faszinierenden wie verstörenden Heldin.

 

«Das alles ist ziemlich niederschmetternd – und doch gibt es einen hell leuchtenden Stern in diesem düsteren Universum des Niedergangs und Verfalls: Judith Chemla spielt Jeanne so hinreißend und variantenreich, dass man sich als Zuschauer ihrem Bann nicht entziehen kann. Zudem versteht es Stéphane Brizé, den recht altmodisch anmutenden Erzählduktus von de Maupassant mit Rückblenden und Rückblenden-in-der-Rückblende sowie anderen gewagten Zeitsprüngen aufzulockern und den Zuschauer bei der Stange zu halten.» kino-zeit.de

 

«Frei nach einem Roman von Guy de Maupassant inszeniert Stéphane Brizé (La Loi du Marché) seinen ersten Kostümfilm. Im strengen 4:3-Academy-Format wird zwischen verschiedenen Zeitebenen gewechselt, und die wie bei Brizé immer bestens ausgewählten Darsteller agieren subtil aber wirkungsvoll. Ein feiner Film, bei dem mit einem Schnitt auf eine andere Szene unglaublich viel ausgesagt wird ...» outnow.ch

 

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